Fantasy Geschichte – Part 1

Inhaltsverzeichnis

Es wurde mittlerweile Nachmittag.

Hätte man sich in der Nähe eines eher selten benutzten Pfades in einem nicht allzu dichten Teil des Waldes befunden, könnte man dort vier Männer beobachten. Sie folgten diesem Weg schon eine geraume Zeit. Da diese sicher geradeaus gingen und bisher noch keine Pause gemacht hatten, schienen sie ein bestimmtes Ziel erreichen zu wollen. Andererseits erweckten sie nicht den Anschein einer besonderen Eile, da sie locker ins Gespräch vertieft waren.

Was sie nicht wissen konnten: Sie wurden tatsächlich beobachtet.

„Ja, Dylaan, das war schon eine von unseren interessanteren Geschichten, aber berichte Chris besser, was wir in Hrunay erlebten.“ – „Oh ja, Hrunay war wirklich eine spannende Angelegenheit!“

Dylaan lächelte. „Mach du das, Rico, du erzählst das doch so gerne.“

„Hör zu, Chris. Es begab sich letzes Jahr im Herbst. Wir gelangten gerade nach Hrunay, als die Ernte vorbereitet wurde. Wie uns zu Ohren kam, war die Gegend berüchtigt für die Gesetzlosen in den umliegenden Wäldern. Und gerade jetzt fürchteten die Einwohner sich vor Überfällen. Es war ein eher karges Jahr, so dass jedes Korn gebraucht wurde. Also wurden alle Männer rekrutiert, um eine Wehrarmee bilden zu können. Der Sold klang mehr als verführerisch, wir meldeten uns.

Es vergingen ein paar Tage, ein paar Wochen, die Ernte lief bereits an und wir hatten ein beachtliches Trainingspensum hinter uns gebracht. Nun ja, wir lernten natürlich nichts Neues, doch ein wenig Übung und Auffrischung schadet bekanntlich nie.

Jedenfalls wurden die Männer langsam unwillig. Die Ernte war nun schon größtenteils eingebracht und nichts passierte. Einige hatten sich bereits von der Armee entfernt. Erinnerst du dich beispielsweise noch an diesen Smeik, Dylaan? Er gehörte mit zu den ersten, die gingen.“ – „Oh ja, Rico. Ihr hattet euch prächtig verstanden. Wolltest du nicht auch schon weiterziehen?“ – „Ich denke, ich erzähle die Geschichte, nicht du. Also, Chris, wir waren nun schon geschlagene drei Wochen–“

Chris spürte einen heftigen Stoß in die Seite. Er verlor den Halt und schlug hart auf den Boden auf. Das erste, was er dann sah, war Bjarne, einen Schwerthieb abwehrend. Sofort waren alle seine Sinne geschärft, die Muskeln zum Zerreißen gespannt. Einer Ahnung folgend rollte Chris sich zur Seite und sprang auf. Gleichzeitig krachte eine Klinge dort hernieder, wo er gerade noch gelegen hatte. Sofort griff er nach seinem Schwert und schlug zu. Der Angreifer schien kurz verwirrt, reagierte aber umgehend. Die Klingen krachten aufeinander, Funken flogen, sie stoben auseinander, nur um die Begegnung erneut zu suchen. Für Chris lief alles automatisch. Alles um ihn herum war auf einmal weit entfernt, er hörte weder das Singen der Vögel noch das Krachen der Schwerter, sah weder den Wald noch seine Gefährten, bloß seine eigene Klinge, die ein Teil seiner selbst wurde, abwechselnd abwehrend und zuschlagend, sowie die des Angreifers, stets seine Bewegung erwidernd. Chris Geschwindigkeit erhöhte sich, die Angriffe wurden kraftvoller, der Fremde wich immer weiter zurück. Ein entscheidender Schlag von rechts unten, die Klinge des Angreifers wich der Kraft, sein Griff lockerte sich, die Augen weiteten sich, das Schwert drehte sich einmal um sich selbst, dann prallte es auf den weichen Waldboden auf. Nur einen Moment verharrten die Blicke der beiden Männer darauf. Das nächste, was Chris sah, war der Rücken des Fremden, der im Unterholz verschwand.

Langsam kehrten die Geräusche des Waldes zurück an Chris Ohr, er hörte das Rascheln der durch das Unterholz fliehenden Angreifer, merkte, dass sein Atem schwerer ging, das Herz schneller schlug. Schweiß stand ihm auf der Stirn und die Arme fühlten sich schwer an.

Chris schaute sich um. Seine drei Begleiter hatten die anderen Angreifer ebenfalls in die Flucht schlagen können.

Jetzt standen sie da, ihre Klingen in den Händen und sich schwer atmend anschauend. Sie fingen an zu realisieren, dass sie ihr Leben erfolgreich verteidigt hatten. Erleichtert lachten sie auf.

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2 Gedanken zu „Fantasy Geschichte – Part 1

  1. Ich glaube, wenn hier auch so viel kommentiert würde, wie im Beusch, dann hättest du auch mehr Motivation, hier weiterzuschreiben, oder?
    Ich brenne so auf den Ausgang DIESER Geschichte!!!
    Bereist im ersten Kapitel – man lernt einfach nur 4 Männer kennen. Und schon ranken sich die ersten Geheimnisse um einen der 4 – was hat es mit diesem Chris auf sich? Er scheint nicht zur Gruppe zu gehören, da die anderen ihm Erlebnisse erzählen, bei denen er offensichtlich nicht dabei war. Seit wann sind sie zusammen? Aber vor allem – woher hat er seine offensichtliche Kampferfahrung – was trägt er für ein dunkles Geheimnis mit sich herum???

    Und diese Kampfszene ist sowieso meine Lieblingsszene. Fließend, atemlos, schnell, wie der Kampf selbst.

    • Ich mag diese Geschichte auch gerne – keine Frage. Auch diesen Anfang.
      Ich hab bloß Angst, die Erwartungen wirklich nicht erfüllen zu können. Also, sogar die mir selbst gegenüber.
      Und: das Beusch hat aktuell Priorität weil das Ende kurz bevor steht. Hier die steckt ja noch in den Kinderschuhen. Ist aber nicht vergessen.
      Das Konzept fliegt auch noch irgendwo in meiner Wohnung umher 🙂

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