Blaue Augen – Ein Gedankenspiel

zu „Braune Augen“

Mit einem eleganten Kopfsprung verschwindet sie im kühlen Nass. Alles um sie herum verschwimmt, fängt an sich zu drehen und zu tanzen. Sie gleitet schwerelos durch die azurenen Wogen, umspielt von Luftbläschen, die sich schließlich den Weg nach oben suchen. Hinauf, wo eine leichte Brise den weißen Sand verweht, wo sich Palmen deutlich vom leuchtenden, klaren Himmel absetzen, wo die Sonne hoch oben am Zenit steht und die Welt in einen leuchtenden Saphir verwandelt.

Nun geht sie am Strand entlang. Die leichte Brise streicht über ihr Gesicht und durch ihre feinen Haare. Man kann das Salz in der Luft schmecken und spürt feine  Sandkörner auf der Haut. Während sie sich setzt gleitet ihr Blick über die See. Weiter und weiter. Wo diese ihre türkisblaue Farbe eintauscht gegen ein kräftiges Ultramarin und sich schließlich am Horizont mit einem leuchtenden Himmelblau vereinigt. Die Brise lässt leichte Wogen entstehen und das Licht so wunderbar facettenreich mit den Nuancen des Wassers spielen. Einzelne Wogen erscheinen türkisblau oder sogar minzgrün und tragen hellere Akzente auf ihren Spitzen. Andere erscheinen tiefer, beinahe schwarzblau, doch zumindest kobalt, saphir, ultramarin.

Das leichte, nie enden wollende Rauschen zieht dich in seinen Bann. Du verlierst dich in den Weiten der See, wirst von ihr angezogen wie von einem schwarzen Loch. Tiefer und tiefer versinkt dein Blick in dem immer wiederkehrenden Rhythmus der Wogen. Es scheint dich mit hinaus zu ziehen, bis an den Horizont und noch weiter. Bis hinein in die See, bis in ihre Tiefen, wo das türkisblau längst schon vergangen ist und du von einem tintenschweren schwarzblau umgeben bist. Doch es fühlt sich gut an, du fühlst dich geborgen und lächelst.

Plötzlich wird die Brise kühler, du merkst, wie die See und der Himmel sich gleichermaßen verfinstert haben. Du schaust dich um, und fragst dich, wie lange du hier wohl gesessen hast. Doch eigentlich ist es dir egal.

Mit einem Lächeln auf den Lippen tauchst du vollends auf aus deiner Welt die ein wohl ein riesiger Saphir gewesen sein muss.

Bildquelle: http://www.modestly-beauty.com/2012/01/choosing-correct-eyeliner-to-match-your.html

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11 Gedanken zu „Blaue Augen – Ein Gedankenspiel

    • Erstmal vielen lieben Dank für den netten Kommi! 🙂
      Zu deiner Frage: Nein, ich hab eher Teddybär-braune Augen 😉
      Die Bildquelle habe ich auch unten angegeben, wo ich das her habe.
      Ich wollte auch noch ähnliche Beiträge in ähnlichem Stil, zu anderen Augenfarben, folgen lassen 😉

  1. Der Text ist sehr passend und man kann sich das ganze bildlich vorstellen. Für das Bild wollte ich dich eigentlich auch loben, hab dann aber doch noch die Bildquelle entdeckt. Schade, mich hätte nämlich interessiert ob das Bild bearbeitet wurde oder ob sich die Landschaft nur so in dem Auge spiegelt.

    • Vielen Dank ^_^
      Naja, zu dem Bild bzw dessen Entstehung kann ich ja leider nicht viel sagen. Kannst du ja notfalls direkt bei der Quelle mal nachfragen…
      Du kannst mich ja notfalls dafür loben, dass ich’s so passend rausgesucht habe… ;->

  2. Hm.
    Erster Eindruck: Etwas zu gesucht. Ich hab grad andere Geschichten von dir gelesen. Dort war meist ein schöner Fluß drin, unwahrscheinlich angenehm zu lesen. Das hier ist Anstrengender.
    Man kann es als Skizze gelten lassen – aber für meinen persönlichen Geschmack wirkt es wie eine Frau, die zu viel Schmuck trägt.
    Die einzelnen Bilder an sich haben definitiv was für sich (das wollte eig. ein Lob werden :))
    Frage: Ist der Wechsel von Sie-Form zu Ich-Form Absicht? Trau ich dir zu.

    • Ich geb dir nicht ganz unrecht. Das war als Experiment gedacht, was mir zu dem Augen einfallen würde. (Ich hab das auch noch für andere Augenfarben vor, wenn mir was einfällt) Ich wollte auch eher Stimmungen einfangen und ein Bild malen, als eine wirkliche Geschichte zu erzählen.
      Der Wechsel ist tatsächlich beabsichtigst. Du „liegst die ganze Zeit auf dem Liegestuhl“. Die Person am Anfang wird bloß „beobachtet“ 😉

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