Das Beusch – Teil 14

Inhaltsverzeichnis

Ein kühler Windzug. Sie öffnet die Augen und schaut über ein Meer, dessen immer wieder kehrende Wogen das Gefühl von Unendlichkeit vermitteln. Ihre Eltern rufen ihren Namen. Sie dreht sich um und schaut ihnen direkt in die Augen. Die Mutter hat sich hingekniet und streckt lächelnd die Arme aus. Der Vater steht freudestrahlend neben ihr, seine Hand ruht auf ihrer Schulter. Doch langsam verändern sich die Gesichtszüge. Das Lächeln ebbt ab, weicht einem Ausdruck der Angst, des Entsetzens. Erst langsam erhebt die Mutter sich, doch dann laufen Eltern beide plötzlich los, rufen den Namen  der Tochter, lauter und lauter, und entfernen sich doch immer mehr. Werden immer kleiner, bis sie nicht mehr zu sehen sind. Alles, was bleibt ist die Endlosigkeit der Wogen. Die Tochter dreht sich ein Mal im Kreis. Wasser. Nichts als Wasser. Der Wind wird kühler und kühler. Der Untergrund schaukelt und schaukelt. Und dann wird sie nach unten gerissen.

Lara-Sophie reißt die Augen auf und schnappt nach Luft. Sie versucht, sich mit schwimmenden Bewegungen oben zu halten, doch etwas an ihrem Bauch zieht sie nach unten. Erst einen Moment später bemerkt sie, dass sie noch atmet, dass sie sich gar nicht im Wasser befindet… Das Mädchen lässt die Arme sinken und schüttelt heftig ihren Kopf. Sie spürt ihr Herz gegen ihre Brust pochen und wie ihr Atem rast.

Lara-Sophie befand sich noch immer in dem selben düsteren Gang wie vorhin. Doch etwas war anders… Ihr fiel zuerst auf, dass es kälter geworden war. Dann, dass es etwas heller war als zuvor. Sie wollte sich gerade am Boden abstützen und sich aufsetzen, doch sie zog ihre Hand sofort zurück. Das Mädchen lag doch tatsächlich auf einer Art Matte, einem Geflecht aus groben Fasern. Lara-Sophie blickte nach links und nach rechts und erkannte, dass diese zwischen einem Holzgestell gewebt waren. Was hatte das zu bedeuten?

Sie wollte sich nun doch aufsetzen. Aber schon nach den ersten Zentimetern ging es nicht weiter, etwas an ihrem Bauch zog sie tatsächlich nach unten. Sie tastete danach und bemerkte, dass eine der Fasern um ihren Körper gewickelt war.

Nun war Lara-Sophies Befürchtung also tatsächlich wahr geworden – sie ist gefunden worden. Das Mädchen wusste nicht wovon, aber sie vermutete, dass es ihr nicht freundlich gesinnt war.

Aber die Hände waren wenigstes frei, und mit ihnen versuchte sie nun, sich von dem Gürtel zu befreien.

„Ihr habt es in einem der Gänge gefunden?“

Lara-Sophie schreckte auf. Die Stimme klang nah, als würde deren Eigentümer jeden Moment um die Ecke kommen.

„Ja. Schlafend. Ebendeswegen haben wir es mitgenommen!“

Eine andere Stimme. Sie klang genauso nah, aber jung und hoch.

„Es hat gezappelt, ebendeswegen haben wir es festgebunden.“

Eine dritte Stimme. Diese klang tiefer, aber nicht bedrohlich.

„Mhm….“, brummte die erste Stimme. Sie klang erwachsen, beinahe alt.

Lara-Sophie bewegte sich immer noch keinen Millimeter. Sie war sich im Moment absolut unsicher, was sie tun sollte. Sollte sie sich schlafen stellen oder die Fremden ansprechen? Könnte sie davon ausgehen, dass sie nett wären oder sollte sie besser misstrauisch sein?

Während sie überlegte, bogen die drei Gestalten um die Ecke und Lara-Sophie beließ es dabei, sie stumm anzustarren.

Sofort fielen ihr die zwei ins Auge, die genauso ausschauten wie die Zwockeligen Nichtsdestotrotze aus der Stadt. Bloß hatte ihr Fell eine stumpfe, graue Farbe. Das eine war etwas heller, das andere bräunlich gescheckt. Sie wirkten ganz ruhig und bedächtig, so als würden sie jeden Moment einschlafen. Das waren gar keine Zwockeligen Nichtsdestotrotze, das waren Gemütliche Ebendeswegen!

Und das dritte Wesen… Das konnte Lara-Sophie beim besten Willen nicht einordnen! Es war einen Kopf größer als die beiden Ebendeswegen. Sie konnte sich nicht entscheiden ob sein Körperbau nun schlank oder gedrungen wirkte. Jedenfalls waren die Beine etwas zu kurz für seinen Körper und die Arme etwas zu lang. Dazu waren sie mit langen Krallen ausgestattet, die schaufelförmig nach hinten gebogen waren. Der Kopf ruhte auf einem kurzen Hals, und zeichnete sich durch zwei sehr kleine Augen und eine spitze Schnauze mit ausgeprägt langen Schnurrhaaren aus.

Lara-Sophie schien das Wesen nun schon eine gefühlte Ewigkeit anzustarren, doch es reagierte nicht auf sie. Dann fing es an, zu Schnuppern und drehte erst dann den Kopf langsam in ihre Richtung.

„Ist es das?“, fragte es langsam.

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An alle Leser: Danke, dass ihr noch dabei seid, auch wenn meine Zeit mir keine regelmäßigen Postings erlaubt! Aber, ich versuche doch ab und an weiter zu schreiben.
Ich gehe fest davon aus, dass die Qualität meiner Texte darunter leidet, dass ich weniger schreibe. Also, wenn ihr die Zeit und die Lust dazu habt, dann bitte kritisiert meine Texte, ich freue mich, wenn ich sie mit eurer Hilfe verbessern kann!
Liebe Grüße!

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2 Gedanken zu „Das Beusch – Teil 14

  1. Danke für’s Weitermachen! Beim nächsten Post, muss ich aber noch einmal ganz von vorne anfangen, ansonsten verheddere ich mich etwas. Da ich noch einigermaßen rüstig bin, hoffe ich ja, dass ich das Ende noch erlebe ;-). Gruß aus Berlin, Andreas

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