Das Beusch – Teil 17

Inhaltsverzeichnis

Gehorsam traten die beiden Wesen, die beinahe so groß waren wie Lara-Sophie, und damit zu den größeren gehörten, einen Schritt zur Seite und der Olifaktorische Erdschaufler trat ein, dicht gefolgt von den beiden Gemütlichen Ebendeswegen. Der Erdschaufler beachtete Lara-Sophie nicht, sondern drehte sich sofort zu den beiden um. Diese verschwendeten auch keine Zeit, sondern hoben die Trage von ihren Schultern, um sie auf den Boden zu legen.

„Wir haben zu wenige Nebenräume“, fing der Erdschaufler an.

„Wer konnte denn damit rechnen, dass wir auf ein Mal so viele Fremde in den Gängen finden werden?“, entgegnete eines der Ebendeswegen.

Der Erdschaufler schwieg einen Moment, dann fuhr er fort: „Ist es immer noch bewusstlos?“

Die beiden Ebendeswegen schauten hinunter zur Trage und nickten. Als ihr Gegenüber nicht reagierte, meinten sie: „Ja.“

„Gut. Dann müssen wir noch warten, um herauszufinden, wer es ist und was es will.“ Das befremdliche Wesen seufzte ein Mal.

„Ich… ich kenne ihn…“, sagte auf ein Mal eine feine Stimme von hinten. Die drei Wesen drehten sich zu ihr um. Es war natürlich Lara-Sophie.

„Du kennst dieses Wesen?“

„Ja.“ Ihre Stimme zitterte leicht und sie lächelte. „Wir sind gute Freunde.“

„So? Was ist es denn?“

„Ein Schläfriges Hüpfmeerschweinchen. Es kommt aus Oschatz. Wir waren gemeinsam unterwegs, aber dann fielen wir beide in einen Erdspalt und wurden getrennt.“

Der Erdschaufler nickte kurz. „Und wie heißt es?“

„Ich… Das weiß ich leider nicht…“, entgegnete das Mädchen dünn. Sie senkte beschämt den Kopf.

„So. Ihr sollt also gemeinsam auf einer Wanderung gewesen sein. Ihr sollt gute Freunde sein. Aber du kennst nicht seinen Namen…“ Das Wesen atmete einmal hörbar aus. „Das ist höchst befremdlich… Aber, kannst du mir denn wenigstens sagen, weshalb ihr unterwegs seid?“

„Ja, wir-“

Das Mädchen stockte, als sie ein feines Fiepen vernahm. „Hüpfmeerschweinchen!“, rief sie, lief ein paar Schritte und setzte sich dann hinunter an seine Matte. Wieder fiepte es schwach. „Hörst du mich?“, fragte sie.

Das kleine Wesen zuckte ein wenig mit den Beinchen und rollte ein wenig zur Seite. Dann blinzelte es mit den Äugelein, fiepte noch ein Mal und dann schaute es dem Mädchen in die Augen.

„Lara-Sophie“, brachte es hervor, „wo sind wir?“

Voller Freude drückte sie das kleine Wesen fest an sich. Ihre Augen wurden feucht und ihr Lächeln immer größer, als die Freude sich tiefer in ihr Herz vorarbeitete. „Du lebst!“ Sie schniefte ein Mal. „Wir sind wieder beisammen!“

—–

Die Ebendeswegen versorgten die Wunden des kleinen Hüpfmeerschweinchens, während Lara-Sophie ihm die aktuelle Lage erklärte. Nämlich, dass sie sich unter der Erde befinden und von einem Trupp gefunden worden sind, der, angeführt von einem Olifaktorischen Erdschaufler, einen Schatz sucht.

Das arme kleine Hüpfmeerschweinchen bemühte sich zuzuhören, konnte dem Mädchen aber nur bedingt folgen. Es war noch sehr, sehr schwach. Aber es quiekte und nickte immer wieder mal, wie zur Bestätigung.

Als Lara-Sophie zu Ende erzählt hatte, waren die Ebendeswegen immer noch zu Gange. Sie machte eine Pause, hob den Kopf, schaute sich unruhig im Raum um, tippte mit den Fingerchen auf den Boden und atmete dann hörbar aus. Es schien, als würde sie unruhig auf etwas warten.

„Sag mal“, meinte sie nun, „wie heißt du eigentlich?“

Das Hüpfmeerschweinchen hob langsam den Kopf und sah sie fragend an.

„Na, dein Name. Wie dich alle rufen.“

Es holte ein Mal Luft und ließ dann eine kurze Folge von ein paar Fiepsern, Quietschern und einem Gurren ertönen.

Das Mädchen schaute es immer noch erwartungsvoll an.

„Das war mein Name.“ Es wiederholte die Geräuschfolge.

„Oh…“, machte Lara-Sophie nachdenklich. „Nun… den Namen kann ich gar nicht aussprechen…“

Das kleine Wesen nickte. „Das habe ich mir fast gedacht.“ Dann ließ es den Kopf wieder sinken.

Nun dauerte es nicht mehr lange, bis die beiden Ebendeswegen ihr Werk vollendet hatten und den Raum verließen. Sie hatten noch eine Schale mit Wasser dagelassen, falls einer Durst bekäme.

Lara-Sophie beobachtete sie neugierig. Als sie weg waren, beugte sie sich schnell zu ihrem Freund herunter.

„Ich glaube ich weiß, wo die Beben herkommen!“

Advertisements

5 Gedanken zu „Das Beusch – Teil 17

  1. Ich hab jetzt von Kapitel 1 an alles hintereinander weg gelesen.
    Liest sich flüssiger als man denken mag.
    Weiterhin auf den Ausgang gespannt!

    • Danke! 🙂
      Das freut mich, dass das Ganze stimmig ist.
      Ich bin auch ein wenig gespannt… 😀
      Das Konzept steht… schon lange. Aber jetzt noch spannend dahin kommen…. ich geb mir Mühe! 🙂
      Danke an alle, die immer mal wieder reinschauen 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s