Fantasy Geschichte – Part 5

Inhaltsverzeichnis

Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster auf Ricos Gesicht und kitzelten seine Nase, so dass er niesen musste. Dann drehte er sich unwillig um und murmelte etwas Unverständliches. Doch nur einen Moment später riss er die Augen auf und sprang auf.

„Die Hinrichtung!“

Er schnappte sich schnell seinen Überwurf, dann lief er zu Dylaan und Bjarne, um sie hecktisch wachzurütteln. „Leute, wir müssen raus! Die Sonne ist bereits aufgegangen! Schnell, bevor man ohne uns anfängt!“

Wie sie nämlich am Tag zuvor herausgefunden hatten, sollte der Rebell heute früh hingerichtet werden, was mindestens ein ebenso großes Spektakel wie die Zurschaustellung werden würde, wenn nicht sogar noch größer. Aus diesem Grund mussten sie diese sowieso abwarten, bevor sie sich eine Arbeit suchen könnten. Das Bureau, in dem freie Stellen ausgeschrieben und vermittelt wurden, würde mit Sicherheit erst im Anschluss öffnen.

Wie am Tage zuvor versammelte sich das gesamte Dorf auf dem Marktplatz, also auch die drei Gefährten. Und wie zuvor standen diese eher abseits, dabei waren Dylaan und Bjarne zwei etwas mehr und Rico ein etwas weniger ruhiger Beobachter des Ganzen. Für Außenstehende mussten die drei, verglichen mit der aufgebrachten Menge, teilnahmslos ausgesehen haben. Doch innerlich verspürten sie Genugtuung und auch Zufriedenheit, vielleicht sogar noch stärker, als all die Menschen vor ihnen. Denn jeder von den dreien hatte seine ganz eigene Erfahrung mit dieser Gruppe, die die Rebellen genannt wurde, gemacht und seine ganz eigene Geschichte zu erzählen…

Nur etwa eine gute Stunde später fingen die Menschen auf dem Platz an, sich zu zerstreuen, der Platz lichtete sich. Auch die drei Tagelöhner machten sich nun langsam auf den Weg. Sie hatten sich noch ein wenig  umgehört, wo genau man denn das Bureau finden könne und waren nun mit einer ziemlich genauen Beschreibung des Weges und davon, wie ihr Ziel aussah, unterwegs.

Es befand sich in einer etwas größeren Nebenstraße, direkt neben einem Bäcker. Von außen sah es zunächst nicht sehr groß aus, und beinahe wären die drei daran vorbei gelaufen. Die Front war kaum größer, als das Schaufenster, auf dem in großen Lettern das Wort „Bureau“ zu lesen war, was übrigens die einzige augenscheinliche Besonderheit darstellte, und die gläserne Tür. Von beiden Seiten schloss es nahtlos an die benachbarten Gebäude an.

Nach dem Betreten des Bureaus wirkte es beinahe noch kleiner als von außen. Die gesamte linke Seite wurde von raumhohen Regalen beherrscht, welche rechtwinklig zueinander und sehr eng aneinander gestellt wurden, um möglichst viel Stauraum zu schaffen. Diese ächzten vom Gewicht der vielen Bücher, Hefte, Ordner, losen Blätter, Pläne und all der anderen gesammelten Werken. Es machte definitiv nicht den Anschein, dass diese nach einem bestimmten System oder einer besonderen Ordnung dort untergebracht worden waren, im Gegenteil schienen sie wild übereinander gestapelt. Verstärkt wurde dieser Eindruck von drei Personen, die sich gerade durch die Regale wühlten, wohl etwas bestimmtes suchend, dabei aber mal an der einen Reihe, mal an der anderen lang gingen, mal eine Leiter hinaufstiegen oder sich flach auf den Bauch legten, um die unterste Reihe zu durchforsten. Alles in allem bot diese Seite des Bureaus einen sehr befremdlichen Anblick.

Lies man seinen Blick nach rechts gleiten, sah man zunächst die einzige weitere Tür in diesem Raum, dann eine Empfangstheke mit einer freundlich und hoch motiviert scheinenden Dame. Diese sprach gerade mit zwei grobschlächtigen Männern mittleren Alters. Sie wies diese in Richtung der gerade erwähnten Tür, worauf sie sich bedankten und dahinter verschwanden. Nun blickte sie die drei Tagelöhner mit freudig leuchtenden Augen an und sprach, mit einer überschwänglichen Begeisterung: „Herzlich willkommen bei uns im Bureau! Mein Name ist Alicia. Wie kann ich Euch helfen?“

Die drei blickten einander kurz an, dann räusperte sich Dylaan und ergriff das Wort: „Unsere Namen sind Bjarne, Enrico und Dylaan. Wir sind Reisende, die erst gestern in dieser Stadt ankamen. Nun suchen wir eine Arbeit und uns wurde gesagt, dass wir hier fündig werden würden.“

Mit einem breiten Lächeln entgegnete Alicia: „Gestern? Da hattet Ihr aber Glück, dass Ihr gerade rechtzeitig zu der Zurschaustellung und der Hinrichtung unser bescheidenes Städtchen betreten hattet. Es war ein wahres Spektakel, nicht wahr?“ Die drei nickten kurz. „Nun, Ihr sucht Arbeit. Nichts leichter als das. Diesbezüglich wäre Herr Seamthick Euer Ansprechpartner. Um ihn zu sprechen, müsst Ihr Zimmer 365b aufsuchen. Dazu geht Ihr durch diese Tür, bei der ersten Gabelung gerade aus, dann immer weiter, bis Ihr an die erste Treppe gelangt. Diese ignoriert Ihr, Ihr müsst an ihr vorbeigehen. Es sieht so aus, als würde das nicht gehen, tut es aber. Dahinter ist eine weitere Treppe, diese geht Ihr hinauf und danach direkt scharf links. Und wieder scharf rechts. Merkt euch das, nicht halbrechts oder dreiviertelrechts, sondern scharf rechts. Dann steht Ihr vor einer weiteren Treppe. Diese geht Ihr wieder hinauf, dann seid Ihr bereits in der richtigen Etage. Daraufhin…“

So ging es noch ein wenig weiter, bis keiner mehr wirklich wusste, womit Frau Alicia ihre Erklärung angefangen hatte. Als sie abschließend fragte, ob denn alles verstanden sei, wurde sie bloß von drei Augenpaaren verwirrt angeschaut. Sie kicherte. „Das ist normal. Notfalls fragt Ihr euch einfach durch, das sind unsere Mitarbeiter gewohnt. Merkt Euch Herr Seamthick, Zimmer 365b.“ Daraufhin wies sie zu der Tür, durch die auch eben schon die andern Herren verschwunden waren. Die drei öffneten sie und betraten einen durch Kerzen beleuchteten, dunklen Flur. Er war ziemlich eng, deswegen mussten sie nun hintereinander gehen.

Hatten sie zunächst noch die Hoffnung, die Wegbeschreibung zu rekonstruieren, indem sie die erwähnten Stellen schon erkennen würden, so schwand diese innerhalb der ersten Minute. An jeder Ecke und Biegung, und davon gab es mehr als genug in dem Flur, hatten die drei das Gefühl, entweder dort schon einmal gewesen zu sein, oder dass kein Punkt der Beschreibung auf diese Art der Biegung oder Gabelung passt, oder eben beinahe alle. So hielten sie einfach an jeder Tür, die sie sahen, klopften, und fragten nach dem weiteren Weg. Wenn sie nach einer guten halben Stunde etwas wussten, dann, dass sie Herr Seamthick in Zimmer 365b suchten, nicht aber, wie viele Etagen, Flure oder Zimmer dieses Haus hatte, beziehungsweise wie etwas, was von außen so klein aussah, so unendlich groß und unüberschaubar werden konnte. Mehr als einmal malten sie sich aus, wie viele Menschen hier schon verloren und nie wieder gefunden worden sein mussten. „Wahrscheinlich befinden wir uns in einem Höhlensystem unter der Stadt“, murmelte Bjarne. „Die Bürger haben sich das als Falle für unwillkommene Fremde ausgedacht.“ – „Oder das hier ist gar nicht das Bureau, sondern das Haus eines Magiers“, schlug Rico vor. „Und wir wurden dazu verdammt, auf alle Ewigkeiten hier herumzuziehen.“ – „Ich glaube, wir haben es.“ Plötzlich blieb Dylaan stehen und nickte zufrieden. „Seht ihr, hier steht es „365b“ und darunter „Seamthick“.“ Er atmete einmal kurz durch, dann klopfte er und gleich darauf rief eine hohe, vergnügte Stimme: „Herein, bitte sehr!“

Dylaan öffnete die Tür und sofort standen die drei vor einem kleinen, runden Mann mit lachenden Augen und einem hochroten Kopf. „Willkommen! Herzlich willkommen sag‘ ich Euch! Ach, das sind ja noch zwei Herren. Willkommen! Herzlich willkommen! Wie kann ich Euch helfen? Ach, aber wie unhöflich, wollt Ihr euch setzen? Oder vielleicht etwas trinken? Schaut hier, drei Gläser Wasser und drei Stühle, extra für Euch mit den besten Wünschen bereitgestellt! Ach, setzt Euch doch! Herzlich willkommen bei mir in meinem Büro. Setzt Euch doch!“ Was er dann sagte, konnten die drei nicht verstehen, da der Herr in einem Nebenraum verschwunden war. Allerdings hinderte ihn das nicht daran, weiter zu reden.

Den kurzen Moment seiner Abwesenheit nutzten die Tagelöhner, um sich tatsächlich hinzusetzen und sich verwirrt anzuschauen, als der Herr das Zimmer wieder betrat „…und ach, Ihr habt euch tatsächlich hingesetzt. Reizend, ganz reizend. Dann werde ich das auch tun. Habt Ihr auch schon das Wasser bemerkt, ja? So trinkt doch einen Schluck. Ach, willkommen. Ist das schön, Gäste zu haben. Nun wie kann ich Euch helfen?“

Der Mann machte tatsächlich einen Moment eine Pause, wohl um Luft zu holen, so das Dylaan schnell etwas einwerfen konnte: „Seid Ihr Herr Seamthick?“ – „Oh, welch interessante Frage, in der Tat. Ja, der bin ich, Wackerford Seamthick persönlich. Aber das hätte man sich auch denken können, nicht wahr? Ich meine, wenn mich nicht alles täuscht, und das tut es recht selten, so steht mein Name an der Tür. Und da Ihr an meiner Tür wart, hättet Ihr ihn lesen können, nicht wahr? So verwundert mich Ihre Frage doch sehr, Herr…“ – „Dylaan. Mein Name lautet Dylaan. Meine beiden Gefährten neben mir sind Bjarne und Enrico und wir…“ – „Herr Dylaan. Herzlich willkommen. Ebenso Ihr, Herr Bjarne. Und Herr Enrico. Wundervoll. Habt Ihr schon etwas getrunken? Das Wasser hier ist vorzüglich. Ich bitte meine Sekretärin immer, es direkt aus dem Brunnen zu schöpfen, müsst Ihr wissen, deshalb…“ – „Schön und gut. Herr Seamthick, uns wurde gesagt, Ihr könntet uns Arbeit vermitteln?“ – „Ihr sucht Arbeit? Weshalb habt Ihr das nicht gleich gesagt? Nun, in der Tat, da kann ich euch weiter helfen. Wie Ihr wissen müsst, ist es meine ureigene Aufgabe hier, die Stellenangebote, die sich so ergeben, zu sammeln und zu vergeben. Was würde Ihnen denn so vorschweben, werte  Herren?“ – „Nun…“ – „Ach, Ihr müsst doch etwas gelernt haben, was habt ihr denn sonst so gemacht?“ – „Wir sind Taglöhner“ – „Welch ein Beruf ist das denn?“ Seamthick zog sich eine kleine Brille mit runden Gläsern auf und begann eine Schublade mit Karteikarten zu durchwühlen. „Tagelöhner… Tagelöhner… Nun… Bauer Hayden sucht Hilfsarbeiter für die Ernte. Ihr kennt ihn sicher, er besitzt die großen Ländereien im Norden…“ – „Nein, wir…“ – „Was, Ihr kennt Bauer Hayden nicht?“ Verwundert zog Seamthick seine Brille ab. Nun begann er einen langen Vortrag über die traditionsreiche Familie der Haydens und dass sie ja wohl jeder kennen müsse und es eine Schande sei, sie nicht zu kennen. Zwischendurch bot er den Gefährten das eine oder andere Glas Wasser an.

Schlussendlich konnte Dylaan Seamthick klar machen, dass sie den Bauern gar nicht kennen können, weil sie fremd sind. Außerdem wollten sie sowieso nicht aufs Feld, sondern eher Tätigkeiten in Richtung Personenschutz oder Soldatendienste ausüben.

„Ja… wieso habt Ihr das nicht gleich gesagt?“ Leicht erbost raffte sich Seamthick auf. „Da seid Ihr ja bei mir absolut falsch! Was mich das wieder an Zeit und Nerven kostet!“ Er wischte sich mit einem Taschentuch über die Stirn. Es folgte ein Vortrag darüber, wie sie ihn nur so hinters Licht führen konnten und dass sie sich bitte an den Sheriff wenden sollten. Dessen Büro ist die erste Tür links, vor der ersten Treppe, wenn man aus dem Foyer kommt…

Etwa eine Stunde später standen die drei vor der Tür des Sheriffs.

Wieder einmal klopfte Dylaan an. Auf ein kurzes „Herein“ betraten die Gefährten den Raum. Vor ihnen saß ein Mann mittleren Alters, der kaum hätte durchschnittlicher aussehen können. Er hatte mittelbraunes, kurz geschnittenes, lichtes Haar, war weder sehr schmal, noch sehr kräftig, weder besonders groß, noch besonders klein. Seine Kleidung zeigte, dass er nicht arm, sondern eher höher gestellt war. Doch sie war nicht besonders auffällig oder sichtlich überteuert, wie es sogar bei vielen Menschen, die noch etwas niedriger situiert waren als er, üblich war. Er trug einen dunkelbraunen Gehrock und eine Hose in derselben Farbe und aus demselben Material, feiner Wolle, dazu ein cremeweißes Hemd und Krawattentuch aus Leinen. Alles in allem wirkte er wie ein doch sehr gut gestellter, aber für seine Verhältnisse eher bescheidener Mensch.

„Bist du dir sicher, dass wir hier richtig sind?“, raunte Rico Dylaan zu. Dieser räusperte sich und fragte: „Entschuldigt, aber wir suchen den Sheriff. Könnt Ihr uns sagen – “

Dylaan stockte, obwohl der Angesprochene nicht mehr tat, als aufzublicken. Seine Augen passten so gar nicht zu dem ersten Eindruck, den man von ihm bekommen hatte. Der Blick dieses Mannes war fest, bestimmt und intensiv, die Augen eines Mannes der genau wusste, wer er war und was er wollte. Jedoch waren sie nicht hart, oder abweisend, im Gegenteil, eher interessiert, einladend und zugänglich, voller Leben und Charakter.

Er lächelte nun. „Ich bin der Sheriff.“ Er wies auf die Plätze vor sich. „Setzt Euch doch.“ Die drei kamen dem nach, anschließend stellte er sich als Sheriff Arthylan vor und fragte, wer sie denn wären und was sie wünschten. Erneut stellte Dylaan sich und seine Gefährten vor und erklärte, dass sie Arbeit suchten.

Der Sheriff runzelte die Stirn. „Und da schickt man Euch zu mir? Eigentlich wäre das die Aufgabe von Herr Seamthick. Wenn Ihr wünscht, erkläre ich Euch den Weg zu ihm…“

Rico winkte schnell ab. „Macht Euch nicht die Mühe, da kommen wir gerade erst her. Dieser schickte uns zu Ihnen.“ – „So? Dann muss er dafür einen triftigen Grund gehabt haben. Ich höre.“

Dylaan sprach nun wieder. „Es liegt wohl an der Art der Beschäftigung, die wir suchen. Unsere Vorstellungen gehen in Richtung Personenschutz oder Soldatendienste.“

Der Sheriff nickte. „Ich verstehe. Wenn dem so ist, hätte ich noch ein paar Fragen.“ Er  fing an, ein paar Unterlagen durchzublättern. „Ich darf annehmen, Ihr seid erst seit kurzem in der Stadt. Heute angekommen?“ – „Nein, bereits gestern.“ – „Also gestern. Da hattet Ihr aber Glück und konntet heute Morgen noch die Hinrichtung verfolgen?“ – „Ja. Wir waren sogar schon bei der Zurschaustellung zugegen.“ – „Sogar dann schon? Wirklich, ein großes Glück…“ Arthylan blätterte immer noch konzentriert in seinen Unterlagen, das Gespräch schien er nur nebenbei zu führen. „Ich muss doch irgendwo…“,  murmelte er.

„Großes Glück?!“, warf Rico ein. „Ich war begeistert! Sagte ich auch schon den anderen, wir haben lang nicht mehr solch ein Spektakel beobachten dürfen. Und dann auch noch ein Rebell! Da ist Euch nun wirklich ein ganz besonderer Fang gelungen. Respekt!“

Der Sheriff hielt kurz inne und blickte auf. „So?“ Er musterte die drei kurz und senkte wieder dem Blick, um weiter in seinen Unterlagen zu blättern. „Ja, es war auch nicht einfach gewesen. Vielen Dank.“ Dann zog er ein Blatt hervor, nickte zufrieden und schaute die Gefährten nun aufmerksam an. „Aber deshalb seid Ihr schließlich nicht hier. Ihr wolltet Euch um Arbeit bei mir bewerben. Wie kommt es, dass Ihr Euch für die angesprochenen Bereiche interessiert?“ – „Nun“, fing Dylaan an, „das ist das, was wir können. Wir sind schon viele Jahre in diesen Bereichen unterwegs, haben beispielsweise Reisende geleitet oder für Dörfer und Städte gekämpft, stets erfolgreich und zur Zufriedenheit unserer Arbeitgeber.“ – „So? Das würde ich an Eurer Stelle auch so formulieren. Aber Ihr spracht auch vom Personenschutz. Wie kann ich  mir das vorstellen? Was war dabei euer genaues Aufgabengebiet?“ – „Nun, das kam ja mehr als ein Mal vor… Und die Fälle unterscheiden sich natürlich auch stark voneinander… Es ging zumeist um wichtige, öffentliche Personen, die unbehelligt und zum Teil auch unerkannt an einem bestimmten Zielort ankommen mussten. Dieser lag zum Teil in derselben Stadt, oft aber auch mehrere Tagesreisen entfernt.“ Sheriff Artylan zog fragend eine Augenbraue hoch.

„Mensch Dylaan, geb ihm doch einfach unsere Zeugnisse, dann geht das alles viel schneller“, seufzte Rico.

„Das hört sich gut an. Habt Ihr die Dokumente bei euch?“, fragte der Sheriff.

Dylaan nickte. Ein Griff in eine Innentasche seines Mantels und er hatte einen Stapel Papier in der Hand, welchen er dem Sheriff reichte. „Hier, diverse Arbeitszeugnisse, Empfehlungsschreiben und ähnliches.“ Dieser nahm sie wortlos entgegen, blätterte sie einmal grob durch, fing dann aber an, einzelne Schreiben genauer durchzulesen. So vergingen mehrere Minuten, in denen er ab und an räusperte oder eine Augenbraue hoch zog, meistens jedoch kaum eine Regung zeigte. Der Sheriff las die Dokumente voller Ruhe, er ließ sich so viel Zeit, dass die drei anfingen, sich unruhig anzublicken. Sie versuchten in seinem Gesicht zu lesen, ob ihm gefiel, was er las, oder ob er nicht überzeugt war, doch war ihnen dies unmöglich.

Nach einer gefühlten Ewigkeit legte Sheriff Arthylan die Blätter wieder fein säuberlich übereinander, reichte sie Dylaan, faltete die Hände, blickte die drei an und sagte bloß ein Wort: „Gut.“

Dann fing er an zu lächeln. „Diese Schreiben sind allesamt beeindruckend. Ihr habt wirklich die besten Referenzen! Gut, dass unser lieber Herr Seamthick Euch zu mir geschickt hat.“ Er stand auf. „Ich denke, ich kann Euch vertrauen. Bitte, folgt mir, alles Weitere besprechen wir in aller Ruhe im Nebenraum.“

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3 Gedanken zu „Fantasy Geschichte – Part 5

  1. „Nur etwa eine gute Stunde später fingen die Menschen auf dem Platz an, sich zu zerstreuen, der Platz lichtete sich.“  wie jetzt? Der schmale, braun- und kurzhaarige junge mann ist schon abgemurkst? Einfach so? Ohne einen weiteres Wort von dir? Heftig … wirkt gut, finde ich. Macht die „Alltäglichkeit“ dieser Sache für die Bürger und unsere Protagonisten sehr plastisch …

    Bei der beschreibung des Bureaus befinde ich mich aus unerklärlichen Gründen gedanklich jetzt mehr im Wilden Westen oder so …?

    „Zimmer 365b“  und jetzt in einem modernen Verwaltungstrakt a la Jobcenter … ??? Spätestens nach der verrückten Wegbeschreibung ist das „winzige Bureau“ zu einem mehrgeschossigen und wahrscheinlich klimatisierten Neubau mutiert!
    „durch Kerzen beleuchteten, dunklen Flur“  vielleicht doch keine Klimaanlage …

    Wackerford Seamthick – HAMMER! Toller Name! Und im übrigen nippel ich hier schon wieder fast ab vor Lachen! Wobei sich mir seit mindestens 2 Absätzen so langsam die Frage aufdrängt, wozu dieser humoristische Einschub gut sein soll. Ein bisschen Humor hier und da gehört auf alle Fälle dazu, aber hier hast du schon sehr, sehr stark gesalzen, muss ich sagen … hat das einen Grund? Also … ich finde, es passt nicht ganz zum vorhergehenden eher ernsteren und spannenden Ansatz …

    „Ich bitte meine Sekretärin immer, es direkt aus dem Brunnen zu schöpfen“  ich stelle mir grade eine durchgestylte, magersüchtige Frau in einem enganliegenden, grauen Kostüm mit zu tiefem Ausschnitt, Stöckelschuhen etc pp vor, die sich vorsichtig (um ihren Anzug nicht zu verschmutzen) über einen alten, bröckelnden Brunnen beugt und … o Mann!

    Kabum! Ich plädiere immer noch auf Fortsetzung. Ein herrliches Kapitel, kann man nicht anders sagen!

    • Ich musste ja unwillkürlich an das verrückte Haus aus Asterix und Obelix denken wo die irgendein Formular besorgen mussten 😀
      Ja, der Humor hier ist massiv… und man soll eigentlich eher so schreiben dass es der Leser gerne liest und nicht wie’s einem beim Schreiben am meisten Spaß macht. Aber das hier hat einen Spaß gemacht!!
      Ich hab auch alles genau vor Augen – es passt in die Welt. Aber die Gedanken von dir sind gut zu wissen – da müssen noch Erklärungen folgen bzw eingefügt werden.

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